Im Grunde hatte Markus alles organisiert. Navigationsgerät programmiert, Kaffee für die Fahrt gekocht, die Kinder um 6:30 Uhr geweckt. Gegen Viertel nach sieben war er im Stau gefangen. Nicht auf der Autobahn – auf einer Landstraße zwischen zwei Kuhweiden, hinter einem Trecker, der Heu auflud. Die Tochter fragte schon wieder: „Sind wir bald da?”
Markus holte tief Luft. Er hatte die Feldberger Seenlandschaft als Rückzugsort gewählt, doch die Hinfahrt wurde zur Geduldsprobe. Fünf Kilometer im Schneckentempo, die Sonne brannte durch die Windschutzscheibe, und der Heugeruch zog ins Auto. Doch genau hier begann das Abenteuer. (Oder besser gesagt: hier erwachte es zum Leben.)
Der falsche Weg ist gelegentlich der richtige
Die meisten fahren über die A20 oder die A19. Markus tat das auch. Aber er hatte einen Fehler gemacht – einen guten. Statt auf der Schnellstraße bis Altentreptow zu bleiben, war er einer kleinen Umleitung gefolgt. Google Maps führte ihn durch das Dorf Wanzka.
Ein Dorf mit einem See, der in keinem Reiseführer steht. Markus hielt an, drehte den Motor aus. Völlige Ruhe. Nur ein Fisch sprang. Der Nachwuchs schlief. Er nippte an seinem Wasser und merkte: Die Anreise war kein Hindernis. Sie war der Beginn des Urlaubs.
Clevere Routenplanung – Was Markus beim nächsten Mal besser machte
Nach diesem Erlebnis baute Markus ein System auf. Er teilte die Anreise in drei Phasen:
- Abschnitt eins: Auf der Autobahn flott unterwegs sein, keine Pausen an Raststätten
- Phase zwei: Ab der Abfahrt Waren (Müritz) die Geschwindigkeit drosseln
- Dritte Phase: Die letzten 15 Kilometer bewusst als Entschleunigungsstrecke nutzen
Er fand heraus: Wer sich um 9 Uhr auf den Weg macht, erreicht die Region schneller als der Morgenmuffel. Ursache ist der Pendlerverkehr vor Ort. Leute, die zwischen Neubrandenburg und Feldberg pendeln blockieren die Strecken zwischen 7 und 8 Uhr. Beim zweiten Besuch startete Markus um 9:15 Uhr. Er war um 11:30 Uhr am Ziel. Kein Stau, keine Heufuhren.
Der Kampf um Parkplätze und die Lösung dafür
Nichts ist lästiger als mit Gepäck da zu sein und keinen Parkplatz zu finden. Die Seenlandschaft ist kein Touristenmagnet, aber die Parkmöglichkeiten an den Hauptseen sind knapp. Markus parkte beim ersten Mal direkt am Luisenhof. Ein Fehlgriff. Der Platz war voll, er musste 400 Meter tragen.
Sein Vorgehen beim zweiten Besuch: Außerhalb von Feldberg parken. Dort liegt ein unbeschilderter Parkplatz hinter dem alten Bahnhof. Kein Besucher kennt ihn. Von dort läuft man fünf Minuten zum See. Alternativ kann man direkt am Platz ein Fahrrad mieten. Markus nahm drei Räder. Der Nachwuchs war davon begeisterter als von Autospielzeug.
Mit der Bahn kommen – Markus‘ Test
Beim dritten Besuch ließ Markus das Zuhause stehen. Er reiste mit der Bahn. Klingt abenteuerlich, ist aber umsetzbar. Die Route geht über Neustrelitz. Von da geht ein Regionalzug nach Feldberg. Kein ICE, kein WLAN, aber eine kleine Nebenstrecke, die durch Wälder führt.
Markus‘ persönliche Anekdote: „Ich stieg in Neustrelitz aus, weil der nächste Zug 40 Minuten Verspätung hatte. Ich setzte mich in eine Bahnhofsgaststätte, bestellte eine Frikadelle mit Senf. Die Kellnerin fragte: ‚Urlaub?‘ Ich bestätigte. Sie erwiderte: ‚Dann sind Sie hier genau richtig.‘ Der Zug kam. Ich ging an Bord. Und während der Reise entdeckte ich drei Rehe auf den Schienen. Das kriegen Sie mit keinem Auto hin.”
Die Herausforderung: Vom Bahnhof Feldberg sind es noch drei Kilometer zu den meisten Unterkünften. Markus rief einfach den Vermieter an. Der holte ihn vom Bahnhof ab. Kein Taxi, kein Bus erforderlich. Kurz anrufen. Das funktioniert in der besser als jede App.
Das Problem mit dem Gepäck – Weniger ist besser
Markus lernte schnell: Die Wege zu den Seen sind nicht geteert. Rollkoffer bleiben im Waldboden stecken. Er stieg auf einen Rucksack um und eine wasserfeste Tasche. Die Kinder erhielten jeder einen kleinen Tagesrucksack. Kein Gemecker, kein schweres Tragen.
Sein oberstes Prinzip: Packen für drei Tage, unabhängig von der Aufenthaltsdauer. Kleidung kann man im Ferienhaus waschen. Oder bungalow im wald am see Waschraum des Campingplatzes Breiter Luzin. Markus wusch einmal während seines Urlaubs. Das kostete 4 Euro und ihm 15 Kilo Gepäck. Der Nachwuchs war vom Waschsalon fasziniert – sie sahen zu, wie die Trommel sich drehte.
Der Augenblick des Ankommens
Jedes Mal, wenn Markus den ersten Anblick des Sees hatte vergass er die Hinfahrt. Der Luzinsee funkelte zwischen den Bäumen. Eine Bank stand am Ufer. Er nahm Platz, genoss den Geruch von See und Wald. Die Kinder warfen bereits Steine. Seine Frau lächelte.
Und in diesem Moment wusste Markus: Die Hinfahrt ist kein Übel. Sie ist der Filter, der den Alltag aus einem herauswäscht. Wer sie hasst, übersieht das Wichtigste – die Stille, die einen empfängt, sobald man den Motor ausmacht.
FAQ – Oft gestellte Fragen zur Hinfahrt
F: Wie lange fährt man von der Autobahn bis in die Feldberger Seenlandschaft?
A: Ab der Abfahrt Waren (Müritz) sind es etwa 30 Minuten. Von Neubrandenburg aus 20 Minuten. Doch rechne die Zeit nicht. Fahr einfach los.
Frage: Kann man mit dem Wohnwagen fahren?
A: Ja, aber nicht über die kleine Brücke in Feldberg. Die Brücke ist zu eng. Nimm den Umweg über Carpin. Da geht es problemlos.
F: Wo finde ich Ladesäulen für E-Autos?
A: Ja, direkt am Marktplatz in Feldberg. Zwei Ladepunkte. Gelegentlich sind sie besetzt. Markus wartete einmal eine Viertelstunde. In der Zeit aß er ein Eis.
F: Was tun, wenn der Zug nicht kommt?
A: Ruf den Busunternehmen Feldberg-Reisen an. Die Nummer findest du im Bahnhof. Die fahren dich für einen kleinen Obolus bis zur Unterkunft.
F: Kann ich mit dem Fahrrad anreisen?
A: Möglich, aber sportlich. Die Strecke von Neustrelitz ist 40 Kilometer. Markus hat das einmal ausprobiert. Er erreichte das Ziel, duschte, ruhte zwei Stunden. Dann begann der perfekte Urlaub.
